Australian adventures

Winter im Juli auf der Südinsel Neuseelands

Seit ich in Australien lebe und somit die unbarmherzig heißen Sommer er- bzw. überlebt habe, ist es mir ein Herzenswunsch endlich mal wieder einen „richtigen“ Winter (mit Schnee und Temperaturen unter 10 Grad und so) zu erleben.
Es liegt daher nahe, in meine Heimat Österreich zu reisen, nur eben leider nicht im geographischen Sinne. Wo kann man denn dann mit möglichst kurzer Reisezeit einen Winter verbringen? In Neuseeland natürlich! Praktischer weise sind mein Bruder Christoph und seine Freundin Tanja (besser bekannt als die Travelbuddies) auch gerade in Neuseeland unterwegs, somit passte die Reisezeit auch perfekt.
Zur groben Orientierung habe ich hier noch eine grobe Reiseroute zusammengestellt:
Neuseeland
Tag 1: Ankunft in Christchurch
Der Sinkflug vor Christchurch gibt uns schon einmal einen Vorgeschmack auf die unglaubliche Landschaft und lässt uns aufgeregt den nächsten Tagen entgegen sehen.
Nach der obligatorischen Pass- und Gepäckskontrolle (ob man wohl nicht illegal einen Apfel einführt oder so) werden wir endlich herzlich von Christoph und Tanja in Empfang genommen!
2 Jahre ist es her, seit wir uns das letzte Mal gesehen haben. Es gibt natürlich ganz viel zu besprechen und Julian organisiert schon mal eine Simkarte und Christoph eine Landkarte.
Wir beschließen, in Richtung Lake Tekapo aufzubrechen, die erste Nacht aber in Timaru zu verbringen um nicht mehr zu weit fahren zu müssen. Gesagt getan, wir holen noch schnell unser Mietauto ab und los geht’s!
Nach einer knapp 2 stündigen Autofahrt erreichen wir Timaru, besorgen ein paar Snacks und Getränke (Sekt zum Anstoßen auf unser Wiedersehen) und beziehen unser Zimmer im Grosvenor Hotel.
Zu unserer großen Überraschung haben sich unsere Travelbuddies zur Feier des Tages auch in unserem Hotel ein Zimmer gegönnt und so können wir gemütlich bei ein paar Gläsern Sekt und Wein unser Wiedersehen feiern und unsere Reise planen.
Schnell kommen wir überein, dass unsere Vorstellungen sich im Großen und Ganzen decken und so stellen wir eine grobe Route für die nächsten Tage zusammen.
Wir möchten auf jeden Fall Lake Tekapo, Mount Cook, Queenstown, Milford Sound und Dunedin sehen.
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Der Landeanflug
Tag 2: Lake Tekapo – Lake Pukaki (Mount Cook Lookout) – Wanaka
Der Start in den Tag ist sehr kalt und ich freue mich darüber, wie die Temperaturanzeige im Auto stetig fällt und nur mehr 1 Grad anzeigt.
Nach einer ca. 1 stündigen Autofahrt erreichen wir Lake Tekapo und beim Aussteigen und Einatmen der kalten frischen Luft bekomme ich sofort Lust auf Frankfurter Würstel mit Senf und Kren und am besten noch einen Glühwein dazu 😉  naja, es ist noch nicht einmal Mittag, also vertagen wir das für’s Erste.
Zuerst besorge ich mir beim geschickt platzierten Winterausstatter/Souvenirgeschäft eine Haube, meine habe ich nämlich in Australien vergessen.
Bestens gewappnet geht es an’s Seeufer (nach einer Klopause im super futuristischem Klo, wo scheinbar frisches und somit eiskaltes Gletscherwasser zum Händewaschen zur Verfügung gestellt wird).
Der See hat sich auf der Fahrt her schon sehr beeindruckend gezeigt als er auf einmal nach einer Kurve „aufgetaucht“ ist, aber aus der Nähe war er noch einmal atemberaubender.
Wir haben großes Glück mit dem Wetter, strahlend blauer Himmel und Sonnenschein! Der Ausblick auf den See ist fast schon kitschig und bietet ein perfektes Postkartenmotiv. Aber seht selbst!
Als wir uns endlich von dieser Aussicht losreißen können, machen wir uns weiter auf die Fahrt Richtung Lake Pukaki von wo aus man einen herrlichen Ausblick auf den Mount Cook, den höchsten Berg Neuseelands hat (3724 m). Der Wettergott ist uns weiterhin gnädig und wir hatten freie Sicht auf Mount Cook (Aoraki). Wow, einfach unglaublich! Gänsehautmoment schlechthin!
Hier denke ich schon wir haben die absoluten Highlights ja schon gesehen, kann so etwas überhaupt noch zu toppen sein? Auf jeden Fall waren die kommenden Tage nicht weniger beeindruckend und schön!
Jetzt gibt es erst mal einen Tee zum Aufwärmen und die weitere Reise besprechen… wir beschließen, dass unser nächster Stopp Wanaka sein wird, ca. 2 Autostunden entfernt.
Wanaka ist ein idyllischer Skiort der auch wieder an einem See liegt (Lake Wanaka).
Wir checken im Kiwi Holiday Park Motel ein und sind sehr begeistert vom großzügigen, warmen Zimmer inklusive Heizdecke 🙂 zusätzlich kann man die Sauna und den Whirlpool für einen Aufpreis von € 3 ($NZD 5) nutzen, was wir natürlich gleich machen.
Gleichzeitig überlegen wir was wir am Abend essen könnten. Die sehr liebe und hilfsbereite Lauren an der Rezeption gibt uns Tipps und empfiehlt, einen Tisch zu reservieren, da wir zu Hochsaison (Schulferien) kommen.
Die Travelbuddies sind mittlerweile auch angekommen und nutzen die powered site im Holiday Park und wir begeben uns zum Abendessen in die Stadt.
Reserviert haben wir zwar nicht, aber wir finden nach kurzer Suche doch noch ein Lokal, das einen Tisch frei hat für uns und essen fein zu Abend, tratschen und planen unsere weitere Reise.
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Der erste Schnee

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Lake Tekapo
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Lake Pukaki mit Aussicht auf Mount Cook
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Lindis Pass
Tag 3: Wanaka
Für mich vereint Wanaka fast alles, was ich mir von diesem Urlaub erhofft hatte: Schnee! Berge, nette Lokale und einfach die Möglichkeit, die Seele baumeln zu lassen.
Darüber hinaus gefällt uns auch unsere Unterkunft so gut, dass wir beschließen, hier noch einen weiteren Tag zu verbringen!
Wir planen eine Wanderung auf den Mount Iron jedoch regnet es leider zuerst und dann schneit es! Daher beschließen wir, den Vormittag in Puzzling World zu verbringen. Das perfekte Programm für einen verregneten Tag und wenn es kurz trocken ist, kann man sich auch in das Outdoor Labyrinth wagen (wir hatten Glück und der Regen hörte auf somit können wir uns auch noch im Labyrinth verirren).
Der Nachmittag ist leider sehr kalt und verschneit, daher beschließen wir, unsere Wanderung ausfallen zu lassen.
Als das Wetter später etwas aufklärt geht sich zumindest noch ein Spaziergang am Seeufer und ein Kaffee an der Promenade aus. Am Abend sitzen wir in der gemütlichen Gemeinschaftsküche/Aufenthaltszimmer beim Kamin und versorgen uns selbst mit Abendessen. 🔥❄
Tag 4: Queenstown – Te Anau
Wir begeben uns auf die ca. 1 stündige Autofahrt nach Queenstown und das Wetter ist sehr winterlich – bei unserer Ankunft in Queenstown schneit es! Und es ist Hochsaison!
Wir spazieren durch die Stadt und am Seeufer entlang und staunen. So habe ich mir Aspen, Colorado immer vorstellt 😉 Skifahrer, Touristen, gemütliche Lokale mit Kaminfeuer, Leute sitzen im Freien schon beim ersten (oder zweiten) Bier, das ist dann wohl so etwas wie Pre-Ski statt Après-Ski 😉.
Wir haben Hunger und entscheiden uns für das Pub On Wharf, wie der Name vermuten lässt, direkt am Seeufer. Das Essen ist sehr gut und für Queenstown richtig günstig.
Total gemütlich ist es obendrein und die Musik passt auch. Ich gönne mir einen „Mulled Cider“, eine Art Glühmost, herrlich.
Leider bleibt uns nicht mehr viel Zeit in Queenstown, weil wir heute noch nach Te Anau weiterreisen.
Julian und ich möchten noch einen Aussichtspunkt finden und so entscheiden wir uns für den Queenstown Hill Walk, der hier sehr detailliert und anschaulich beschrieben wird.
Eine Warnung gleich vorweg: „Walk“ ist etwas untertrieben, es ist eine recht anspruchsvolle Wanderung (Dauer ca. 1 1/2 Stunden retour), aber für diese Aussicht lohnt es sich wirklich!

Die Wanderung ist mein kleines persönliches Highlight: Verschneite Bäume, die an Weihnachten zu Hause erinnern, kompakter Schnee, den man unter den Schuhsohlen knirschen hört und mit dem man Schneemänner bauen kann, einfach traumhaft 😍

So komme ich auch noch zu meinem „Winter wonderland“ mitten im Juli. ⛄

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Queenstown Hill Walk
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Queenstown Hill
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Aussicht von Queenstown Hill
Tag 5: Milford Sound
Heute steht einer der am meisten hingefieberten Ausflüge am Programm!
Unsere Bootstour im Fiordland, genauer Milford Sound! Nach einer recht abenteuerlichen, ca. 1 3/4 Stunden dauernden Fahrt (vorher unbedingt tanken, auf dem Weg gibt es keine Tankstelle und in Milford Sound nur eine einzige Zapfsäule, die laut Auskunft der Dame bei der Info auch nicht immer funktioniert…) erreichen wir Milford Sound, eine fast unberührte Landschaft, wo eigentlich fast nur Tagestouristen anzutreffen sind, die per Bus „angekarrt“ werden. Ein kleines Gebäude mit Unterkünften scheint es aber auch zu geben, vermutlich für Angestellte.
Wir haben Cruise Milford gebucht € 57 ($NZ 90 p.P.), ein kleines aber feines Boot, das uns ganz nah und mit mit informativen und lustigen Kommentaren in diese unglaubliche Landschaft entführt.
Die Tour dauerte knapp 1 1/2 Stunden und hier möchte ich einfach die Bilder für sich sprechen lassen…
Tag 6: Te Anau – Dunedin
Am heutigen Tag legen wir die insgesamt längste Strecke an einem Tag zurück – die Strecke verlängert sich noch, als ich vor lauter „Gegend schauen“, vergesse, das Navi zu beachten. Uns trennen nur mehr 20 km von Invercargill, der südlichsten und westlichsten Stadt Neuseelands, also eigentlich genau die Richtung, in die wir nicht wollten.
Ich habe mir in den Kopf gesetzt, dass ich den Catlins Nationalpark sehen möchte, und gebe dies entsprechend in’s Navi ein.
Irgendwie ist heute der Wurm drinnen und wir schaffen es nur in einen Wald mit dem Schild des Nationalparks aber sonst eigentlich gar nichts.
Wir drehen um und fahren auf einer unasphaltierten Straße (mit dem treffenden Namen Slopedown Road) Richtung Clinton und von dort nach einer kleinen Mittagspause in Balclutha endlich weiter nach Dunedin, wo wir am späten Nachmittag ankommen.
Wir beziehen unser sehr gemütliches und schönes Apartment, und essen dort gemeinsam mit den Travelbuddies zu Abend und planen die kommenden Tage.
Tag 7: Dunedin
Als wir heute aufwachen denken wir uns, dass es jetzt doch sicher nicht mehr sooo kalt wie in den Bergen sein wird, oder? Falsch gedacht, als wir in’s Auto einsteigen wollen, bemerken wir dass wir zuerst mal Eiskratzen müssen!
Die Kreditkarte musste diesmal als Eiskratzer herhalten, wir haben zwar Schneeketten im Auto inkludiert aber keinen Eiskratzer…schnell ist das Auto enteist und wir machen uns auf den Weg auf die Otago Peninsula wo wir sogar ohne die teure Tour gebucht zu haben, Albatrosse sehen und eine traumhafte Aussicht genießen.
Ein weiterer Punkt auf unserer Bucket List ist die steilste Straße der Welt, die Baldwin Road.
Wir sind uns einig, die Straße zu Fuß zu bezwingen und das Auto am Fuße der Straße zu parken.
Ein sehr lustiger „Aufstieg“ steht uns bevor und wir kommen auch in den Genuss, die Autos, die sich die Straße hinaufplagen oder den Mopedfahrer, der todesmutig hinunter fährt zu beobachten (und sind insgeheim froh, zu Fuß unterwegs zu sein).
Nach einer Stärkung schauen wir uns den Tunnel Beach an, ein weiterer steiler (zuerst) Abstieg und dann Aufstieg (insgesamt ca. 1 Stunde) aber die Strapazen sind es wert. Wir werden abermals mit einer traumhaften Aussicht, tosenden Wellen und viel Spaß belohnt.
Tag 8: Dunedin – Moeraki Boulders – Oamaru – Christchurch
Der Tag beginnt regnerisch, aber zumindest müssen wir heute nicht Eis kratzen.
Wir fahren eine knappe Stunde nach Moeraki und sehen uns die Moeraki Boulders an, im Grunde handelt es sich hierbei um riesige runde Steine/Felsen am Strand.
Wir machen lustige Fotos und rätseln woher diese Steine wohl kommen und warum sie so perfekt rund geformt sind.
Nach einer weiteren 30 minütigen Autofahrt kommen wir in Oamaru an, bekannt für die Pinguinkolonnien und dem historischen, viktorianischen Stadtkern.
Als wir ankommen, sind die Pinguine offenbar gerade im Meer auf Futtersuche, wir sehen aber neuseeländischen Seebären aus nächster Nähe! Einfach Wahnsinn!
Glücklich, dass wir diese coolen Tiere gesehen haben, schlendern wir noch durch die Geschäfte und kehren zum Mittagessen im Star & Garter (Oamarus ältestes Restaurant/Café) ein.
Gut gestärkt machen wir uns auf die knapp 3 1/2 stündige Autofahrt zurück nach Christchurch.

Tag 9: Christchurch und Abreise

Viel Zeit bleibt uns leider nicht mehr, ich möchte mir aber unbedingt noch das Antarctic Centre in Christchurch anschauen, praktischerweise in unmittelbarer Nähe zum Flughafen, wo wir ohnedies einiges an Zeit zum „totschlagen“ haben.

Wir entscheiden uns für die „Express Admission“ und somit das günstigere Ticket und uns hat das völlig gereicht. Wir sehen doch noch Pinguine bei der morgendlichen Fütterung, ich schlage Julian bei der „Challenge“ wer denn seine Hand länger in Eiswasser tauchen kann 😉 und wir erleben einen antarktischen Schneesturm (-18 °C!) – das ultimative Wintergefühl!

Danach freue ich mich schon wieder auf das milde Klima in Australien. Die letzten Stunden vor unserem Abflug verbringen wir mit den Travelbuddies in der „Jucy Snooze“ Lounge, mit Heizung, gratis WLAN und Hängematten 🙂 So vergeht die Zeit relativ schnell um nicht zu sagen, wie im Flug. Kurz vor Mitternacht erreichen wir endlich wieder Newcastle, ironischerweise hat die Zugfahrt von Sydney dank Schienenersatzverkehr länger gedauert als der Flug Christchurch-Sydney. Wir freuen uns über den so gelungenen und schönen Urlaub und darüber, dass wir am morgigen Tag unsere travelbuddies in Australien willkommen heißen können 🙂

Wenn euch jetzt das Fernweh gepackt hat und wissen wollt, was so eine Reise eigentlich kostet (bevor ihr das Sparschwein schlachtet): In Kürze werdet ihr auf meinem Blog einen Artikel darüber finden können, also schaut bald wieder rein oder abonniert am besten gleich den Newsletter. Bis bald 🙂

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5 Kommentare zu „Winter im Juli auf der Südinsel Neuseelands

  1. wau birgit!!
    soo ein ausführlicher bericht und soo tolle fotos von eurer reise – wirklich beneidenswert ,was ihr erleben durftet. die zeilen machen richtig lust auf neuseeland 🙂
    freue mich auf die nächsten blogs und geschichten von „kernöl & kaiserschmarrn!

    1. Danke Mama. Es war wirklich traumhaft! Müsst ihr nächstes Mal auf jeden Fall einplanen ☺ Hier wird in nächster Zeit hoffentlich wieder mehr gepostet werden 🙂 😘

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