Australian adventures

Very british

Die meisten Australier sind sehr, sehr höflich. Es wird sich grundsätzlich für alles entschuldigt (niesen, im-Weg-Stehen, wenn man jemanden missversteht, und all das wofür man sich sowieso entschuldigen sollte, wenn man eine „gute Kinderstube“ genossen hat 😉 ). Ist ja leider in Österreich nicht immer der Fall.
Meine drei Jahre in Wien haben mich da etwas traumatisiert, umso ungewohnter ist es hier für mich. Mir gefällt es aber, und es färbt auch ab (genauso wie leider das „Granteln“ der Wiener auch abfärbt…).
Hier macht es nichts, wenn es bei der Kassa mal etwas länger dauert (wobei, bei Aldi werden die Verkäufer schon etwas nervös…). In Wien wird ja bei einer Schlange, die aus mehr als 3 Kunden besteht, schon -möglichst unfreundlich und genervt- nach „zweite Kassaaaaaaa!!!!“ gerufen.
Umso besser gefällt mir der höfliche Umgang in Australien.
Hier wird sich sogar entschuldigt, wenn die „Schuld“ eindeutig beim Gegenüber liegt.

So geschehen vergangenen Samstag.

Wir waren auf einer House Warming Party eingeladen. Großes Haus mit Garten, viele Leute, Musik, das Übliche halt. Da auch der nette Garten dank gasbetriebener „Heizschwammerl“ (ja, die waren durchaus angebracht, es hatte frische 12 °C Außentemperatur…) zum Verweilen einlud, war die Gartentür offen, sodass auch die Leute, die sich draußen aufhielten, der Musik lauschen konnten.

Dann um 1 Uhr in der Früh passierte es: Hat es doch glatt ein Nachbar gewagt, sich über die laute Musik zu „beschweren“. Das geschah allerdings ganz anders als ich es gewohnt bin! Ganz leise hat er zuerst versucht unsere Aufmerksamkeit zu erwecken, indem er gewunken hat und sich schon mal im Vorfeld entschuldigt hat. Dann hat er freundlich gefragt, ob es möglich wäre, die Musik leiser zu drehen und am Schluss hat er sich noch einmal entschuldigt. Wie kann er sich auch nur erdreisten so etwas zu bitten! Also wirklich!
Natürlich haben wir uns sofort entschuldigt (wie es sich gehört) und die Musik leiser gedreht.

Sehr angenehm, wie hier der Umgang miteinander statt findet! Da kann sich so mancher eine Scheibe davon abschneiden.

Schön zu sehen, was man mit einem einzelnen Wort beim Gegenüber erreichen kann (habe gehört, das Wort „bitte“ soll auch Wunder wirken!).

Bis bald und sorry, falls sich jemand in Österreich (unberechtigerweise) durch meinen Eintrag auf den Schlips getreten fühlt :p 😉

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4 Kommentare zu „Very british

  1. : ) Lustige Geschichte : ) ja da hast du recht da könnten sich wirklich einige was abschneiden : ) besonders lustig fand ich den Rückblick nach Wien „zweite Kassaaaaa“ hihi herrlich…freu mich schon auf weitere Geschichten : ) bussi

  2. bin am überlegen, ob ich deine tollen worte nicht „meinen“ kindern vorlese – die könnten bezüglich Höflichkeit sicher noch viel lernen!!! (keine sorge, bleibt unter uns ,ggg)

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